AfD Harburg zerfällt: Nur noch drei Mitglieder nach neuem Austritts-Drama
Hans-Josef BeckmannAfD Harburg zerfällt: Nur noch drei Mitglieder nach neuem Austritts-Drama
Die AfD-Fraktion im Hamburger Bezirk Harburg ist nach dem Austritt zweier weiterer Politiker auf nur noch drei Mitglieder geschrumpft. Andreas Ehlers und Harald Feineis verließen die Gruppe und vertieften damit die internen Spannungen. Ihre Austritte folgen auf ein Jahr voller Streitigkeiten, Drohungen und Vorwürfe, die die lokale Politik belasten.
Die jüngsten Abgänge ereignen sich, nachdem Adrian Leuser, ein weiteres AfD-Mitglied, die Fraktion – und die Stadt – bereits im vergangenen Jahr verlassen hatte. Als Grund nannte er Bedrohungen und Einschüchterungen. Vor seinem Rückzug hatte Leuser Andreas Ehlers wegen der Verwendung rassistischer Schimpfwörter und Drohungen angezeigt.
Ehlers wiederum warf Helge Ritscher körperliche Angriffe und die Veruntreuung von Fraktionsgeldern vor. Ritscher wies diese Vorwürfe zurück. Die anhaltenden Konflikte haben wiederholt die Arbeit der Bezirksversammlung überschattet und Kritik von anderen Parteien auf sich gezogen.
Simon Dhemija von der Linken bezeichnete die Harburger AfD als "Störfaktor", der eher auf Skandale als auf politische Gestaltung aus sei. Der CDU-Abgeordnete Rainer Bliefernicht warnte, weitere Spaltungen könnten zu einer zweiten AfD-Fraktion führen. Die CDU stellt derzeit mit zwölf Vertretern die größte Gruppe in der Bezirksversammlung.
Die internen Querelen der AfD binden weiterhin Aufmerksamkeit, die eigentlich politischen Debatten in Harburg gelten sollte. Mit nur noch drei Mitgliedern steht die Handlungsfähigkeit der Fraktion infrage. Beobachter erwarten, dass die Turbulenzen anhalten – es sei denn, es gelingt eine Einigung.






