AfD glänzt in Umfragen, scheitert aber bei Kommunalwahlen in Ostdeutschland
Brigitta SchülerAfD glänzt in Umfragen, scheitert aber bei Kommunalwahlen in Ostdeutschland
Die AfD verzeichnet trotz starker Umfragewerte auf Bundesebene gemischte Ergebnisse bei jüngsten Kommunalwahlen. Zwar führt die Partei in Umfragen vor den anstehenden Landtagswahlen, doch in wichtigen Rennen hatte sie Rückschläge zu verkraften – darunter eine viel beachtete Niederlage in der Uckermark. Unterdessen widmet sich eine neue Folge des Politikpodcasts Bundestalk der Frage, wie etablierte Parteien auf den wachsenden Einfluss der AfD reagieren können.
In Ostdeutschland musste die AfD auf lokaler Ebene herbe Verluste hinnehmen. Bei 26 Bürgermeister- und Kreistagswahlen, die die Partei in diesem Jahr bestritt, gelang ihr nur in zwei Fällen der Sieg. Eine markante Niederlage erlebte sie in der Uckermark, wo die amtierende CDU-Politikerin Karina Dörk ihr Amt mit klarem Vorsprung verteidigte. Dörk wies Debatten über eine sogenannte „Brandmauer“ gegen die AfD während ihres Wahlkampfs als „Scheindiskussionen“ zurück.
Ihr Herausforderer, der AfD-Kandidat Felix Teichner, hatte sich als bürgerlicher Kandidat inszeniert – sogar mit Auftritten linker Volkslieder. Doch dieser Ansatz reichte nicht aus, um Dörk zu schlagen. Das Ergebnis spiegelt einen größeren Trend wider: Zwar liegt die AfD mittlerweile in bundesweiten Umfragen vorn – mit zwei bis drei Punkten Vorsprung vor der Union –, doch ihre lokale Unterstützung bleibt uneinheitlich.
Blickt man voraus, führt die Partei vor den anstehenden Landtagswahlen deutlich in den Umfragen: 41 Prozent in Sachsen-Anhalt und 36 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Studien zufolge wechseln jedoch nur wenige ehemalige CDU- und CSU-Wähler zur AfD. Viele andere planen stattdessen, nicht zur Wahl zu gehen oder linke Alternativen zu unterstützen.
Die jüngste Folge von Bundestalk, moderiert von der Innenpolitik-Korrespondentin Sabine am Orde, beleuchtet diese Entwicklungen. Zu Gast sind der AfD-Experte Gareth Joswig, die Leiterin der Investigativredaktion Anne Fromm und der Parlamentarische Korrespondent Stefan Reinecke. Der wöchentliche Podcast ist auf der Website, bei Spotify, Deezer und iTunes verfügbar.
Die starke bundesweite Umfrageposition der AfD steht im Kontrast zu ihren begrenzten Erfolgen auf kommunaler Ebene. Mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen bleibt ungewiss, ob es der Partei gelingt, ihre Unterstützung in Wahlerfolge umzumünzen. Die aktuelle Bundestalk-Folge analysiert, wie sich die etablierten Parteien in den kommenden Monaten gegen ihren Aufstieg stemmen könnten.






