AfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe der Selbstbereicherung spalten die Partei
Gerfried ThiesAfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe der Selbstbereicherung spalten die Partei
Zwei interne Schreiben haben tiefe Spaltungen innerhalb der AfD Baden-Württemberg offenbart. Langjährige Mitglieder, darunter eine Gründungsfigur, werfen der Landesführung vor, Kritiker zum Schweigen zu bringen und eine Kultur der Selbstbereicherung zu fördern. Die Beschwerden wurden direkt an die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla gerichtet.
Einer der Briefe stammt von Rüdiger Klos, einem ausscheidenden AfD-Landtagsabgeordneten, der vor einem Jahrzehnt den Aufbau des Landesverbands mitgeprägt hatte. Er wirft der Partei vor, Ausschlussverfahren gegen Kritiker betrieben zu haben, die an „Säuberungen wie in totalitären Systemen“ erinnerten, und vergleicht die internen Methoden mit denen Joseph Goebbels’. Klos hatte bereits in früheren Schreiben Bedenken gegen den Landesvorsitzenden Markus Frohnmaier geäußert.
Das zweite Schreiben, unterzeichnet von Mitgliedern zweier Kreisverbände, kritisiert den Wandel von einer basisdemokratischen zu einer „autokratischen Funktionärspartei“. Die Macht liege demnach in den Händen weniger, während Vetternwirtschaft und intransparente Finanzentscheidungen vorherrschen. Die Unterzeichner sprechen von einer „Kultur der rücksichtslosen Selbstbereicherung“ und fordern eine unabhängige Prüfung der Landespartei-Finanzen – insbesondere der umstrittenen Ludwigsburger Erbschaft.
Trotz der Vorwürfe wurde Frohnmaier auf dem jüngsten Parteitag mit über 91 Prozent der Stimmen als Landesvorsitzender wiedergewählt – das beste Ergebnis, das ein AfD-Chef in der Region je erzielt hat. Klos warnte, dass die Machtübernahme inkompetenter Funktionäre „Chaos für Deutschland“ zur Folge hätte.
Die Briefe verdeutlichen die anhaltenden Konflikte im baden-württembergischen AfD-Landesverband. Bisher liegt keine Stellungnahme von Weidel oder Chrupalla vor. Frohnmaiers deutliche Wiederwahl deutet zwar auf breite Unterstützung in der Basis hin, doch die Kritiker pochen weiterhin auf mehr Transparenz und demokratische Kontrolle.






