07 June 2026, 08:22

50.000 feiern Lissabons Pride-Marsch gegen politische Rückschritte

"Kein Schweigen, keine Angst": Etwa 50.000 Menschen marschieren in Lissabon für LGBTI-Rechte

50.000 feiern Lissabons Pride-Marsch gegen politische Rückschritte

Lissabon veranstaltete am Samstag seinen 27. LGBTI+-Pride-Marsch – mit rund 50.000 Teilnehmer:innen

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Unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“ zog die Demonstration durch die portugiesische Hauptstadt. Die Veranstalter:innen betonten, dass der diesjährige Marsch vor dem Hintergrund politischer Rückschritte stattfand, die die Rechte der queeren Community zunehmend bedrohen.

Der Demonstrationszug startete um 17 Uhr am Praça Marquês de Pombal und vereinte 17 LGBTI+-, feministische und antirassistische Organisationen. Zum ersten Mal seit Jahren fand der Marsch in einer Phase statt, in der bestehende Schutzmechanismen – darunter das Gesetz 38/2018, das die Selbstbestimmung der Geschlechtsidentität garantiert – direkt infrage gestellt werden. Aktivist:innen warnten, dass eine Abschaffung des Gesetzes drohe.

Joana Mortágua, Abgeordnete des Linksblocks (Bloco de Esquerda), äußerte ihre Enttäuschung darüber, dass der Marsch nötig sei, um Rechte zu verteidigen, die einst als gesichert galten. Paulo Muacho von der Partei Livre teilte ihre Sorgen und verwies auf den Aufstieg einer radikalisierten Rechten, die gezielt LGBTQI+-Schutzrechte angreife. Er rief zu weiterer Sichtbarkeit und Widerstand auf.

Helder Bértolo, einer der Organisator:innen, prognostizierte für 2025 noch größere Teilnehmer:innenzahlen. Als Treiber nannte er die zunehmende Feindseligkeit gegenüber der Community. Auch das Pride-Marsch-Organisationskomitee warnte in einer Stellungnahme, dass das aktuelle politische Klima LGBTQI+-Personen und ihre Familien einem erhöhten Risiko aussetze.

Der Pride Marsch 2024 endete mit einer klaren Botschaft: Aktivist:innen und Verbündete wollen sich der Aushöhlung ihrer Rechte entgegenstellen. Mit rund 50.000 Teilnehmenden signalisierte die Veranstaltung breite Solidarität – doch die Organisator:innen betonten, der Kampf sei noch lange nicht vorbei. Angesichts anhaltender politischer Drucks könnte die Mobilisierung in den kommenden Jahren weiter wachsen.

Quelle