29 June 2026, 08:16

16-Jährige gewinnt Preis mit Podcast über Deutsche in Kasachstan

Internationale Konkurrenz: Kasachstan und Deutschland - Geschichte(n) und Perspektiven

16-Jährige gewinnt Preis mit Podcast über Deutsche in Kasachstan

Eine 16-jährige Schülerin des Elisabeth-Selbert-Gymnasiums hat den Hauptpreis eines binationalen Wettbewerbs gewonnen. Fiora Marte erstellte einen siebenminütigen Podcast, der die Geschichte der Deutschen in Kasachstan beleuchtet. Der Wettbewerb sollte das Verständnis für die gemeinsame Vergangenheit beider Länder vertiefen.

Veranstaltet wurde der Wettbewerb vom kasachischen Innenministerium, dem Bildungsministerium sowie der öffentlichen Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans ‚Wiedergeburt‘“. Unterstützung erhielt er zudem vom „Haus der Heimat Baden-Württemberg“. Ziel war es, junge Menschen dazu zu motivieren, die komplexe Geschichte zu erforschen, die Deutschland und Kasachstan verbindet.

Für ihren Podcast zog Fiora Marte verschiedene Quellen heran, darunter ein Buch von Alexander Krylow. Ihre Arbeit schildert die harten Lebensbedingungen und Zwangsarbeit, denen Deutsche in Kasachstan ausgesetzt waren. Zudem enthält der Podcast einen Bericht von Irina Albul, einer Wolgadeutschen, die ihre traumatische Ankunft im Land schildert.

Fiora Martes Interesse am Thema wurde durch ihren Geschichtslehrer Andreas Fuchs geprägt, einen ehemaligen Landsmann aus Kasachstan. Er half ihr, die Widerstandsfähigkeit der deutschen Gemeinschaften dort zu verstehen, die trotz offizieller Verbote ihre Identität durch geheime Bräuche und Familientraditionen bewahrten.

Das Projekt thematisiert die tragische Ironie der Geschichte der Russlanddeutschen: Viele erlitten Verfolgung in der Sowjetunion, wurden später in Deutschland aber oft pauschal als „Russen“ wahrgenommen. Martes Podcast gilt nun als prägnante und verlässliche Quelle zu diesem gemeinsamen Erbe.

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